Heute bin ich mit dem Gefühl der Gelassenheit aufgewacht. Trotz des heutigen Wetterhinweises „Schwere Wind- und Eiswarnung“, spüre eine unendliche Ruhe in mir. Eigenartigerweise kann gut mit extremen Situationen oder Katastrophen umgehen. Ich gerate nicht Panik, habe keine Angst und lasse mich auch nicht vom Alarmismus der Medien anstecken. Ich male mir keine Weltuntergangszenarien aus und fühle mich nicht entfremdet. Im Gegenteil ich fühle mich äußerst handlungsfähig und, auch wenn das pathetisch klingt, der Welt und den Menschen verbunden.
Widrige Umstände
Ich nehme die Warnungen vor dem herannahenden Sturm zwar ernst, aber ich muss bei gefühlten Minus 15 Grad vor die Tür. Draußen ist es schneidig kalt, der Wind zwängt sich unerbittlich durch den Reißverschluss meines Mantels. Das ist mir noch nie passiert. Ich laufe schneller, aber dann wird mir bewusst, dass ich bei dem Glatteis stürzen könnte. Ich gehe daraufhin langsamer, wie empfohlen wie ein Pinguin. Beim langsamen Watscheln dem Wind entgegenstemmend, fällt mir ein, dass ein Freund einmal über mich sagte, ich sei eine gute Trümmerfrau gewesen. Wie kommt er darauf?
Was stimmt, ist, dass ich innere Stärke besitze. Ich würde mich auch als psychisch widerstandsfähig beschreiben und habe die Fähigkeit, mich auf andere Menschen und ihre Umgebung einzulassen. Dabei entsteht für mich ein Gefühl von Verbundenheit und Erfüllung. Ich kann da die für mich die Konzepte „Resilienz“ und „Resonanz“ identifizieren.
Was ist Resilienz?
Resilienz lässt sich als seelische Widerstandskraft charakterisieren, mit folgenden Merkmalen:
- Fähigkeit zur Erholung: Resilienz ist die Fähigkeit, sich von Belastungen und Schwierigkeiten zu erholen, psychisch gesund zu bleiben und gestärkt daraus hervorzugehen.
- Entwicklung: Sie ist keine angeborene Superkraft, sondern eine erlernbare Fähigkeit, die durch bestimmte Kompetenzen und Eigenschaften wie Akzeptanz, Zuversicht, ein gutes soziales Netz, Lösungsorientierung und Selbstreflexion gestärkt wird.
- Bedeutung für das Leben: Resilienz ist wichtig für eine positive Einstellung zur Arbeit, eine höhere Produktivität, Kreativität und ein geringeres Burnout-Risiko
Was ist Resonanz?
Resonanz lässt sich als Gefühl des Mitschwingens beschreiben, mit folgenden Merkmalen:
- Verbundenheit und Einklang: Resonanz beschreibt das Einlassen auf andere Menschen, Situationen und Veränderungen sowie das Gefühl, mit ihnen in Schwingung zu treten.
- Innere Erfüllung: Es ist das Gefühl, eine tiefere Verbindung und Harmonie mit dem Leben zu empfinden, was uns als Menschen ausmacht.
- Stärkung im Alltag: Resonanz trägt dazu bei, uns im Alltag zu stärken, fördert das Aufblühen in der Arbeit und verbindet uns im Miteinander.
Resilienz und Resonanz – passt da zusammen?
Resilienz und Resonanz stehen in einem engen Zusammenhang. Beide unterstützen uns dabei, belastende Situationen zu bewältigen und innerlich flexibel zu bleiben. Resilienz entwickelt sich unter anderem durch ein verlässliches soziales Umfeld, und genau dieses Gefühl von Verbundenheit fördert auch Resonanz. Empathie, stabile Beziehungen und eine offene Haltung gegenüber Veränderungen tragen dazu bei, dass beide Fähigkeiten wachsen und sich gegenseitig stärken.
Gedankenimpluse zur Selbstreflexion
- Welche konkrete Handlung hat mir nach einer schweren Herausforderung geholfen
- Betrachte ich Rückschläge als Versagen oder als Lernchance
- Wie sehen meine Strategien zur Regeneration aus
- Fühle ich mich isoliert oder als Teil eines Ganzen
- Wie nehme ich die Stimmungen anderer Menschen wahr
